Mittwoch 27.08.2008 ~ 15 km zu Fuß
Schönes Wetter weckte uns und nach einem netten und gemütlichen Frühstück (wie eigentlich immer – nur sollten wir das nächste mal Die Finger von slowakischen Tee lassen), machten wir die Planung für die nächsten drei verbleibenden Wandertage.
An diesem Mittwoch ging es nur zu dritt los, da eine von uns den Blasen erlegen waren. Dafür dufteten wir hinterher dank ihr frisch wie Veilchen und wir mussten keine mehr Angst haben, dass wir von wilden Tieren wegen des Schinkengeruchs angefallen werden, danke
! Außerdem konnten wir die Zelte stehen lassen und nahmen nur einen Rucksack mit, was die Wanderung extrem erleichterte.
Mit der Zahnradbahn sollte es dann nach Strbske Pleso gehen und von dort aus zum Bystre sedlo. Jedoch bestand darin schon die erste Hürde, da der Fahrscheinautomat nur Kleingeld nahm, jedoch das Kleingeld in der Slowakei begrenzt zu sein scheint. Glücklicher Weise fanden wir ein paar nette Umstehende, die doch tatsächlich so viel Kronen zusammen brachten, dass jeder von uns Dreien letztendlich ein Ticket in der Hand hielt.
In Strbske pleso folgten wir den gelben Weg zuerst entlang an einer Reihe Hotels und dann hinein in den Wald. Wir liefen durch die Mlynicka dolina entlang eines schönen Baches. Dadurch, dass der Weg nicht zu sehr überfüllt war, konnte man die Strecke auch gut genießen. Nach der Krummholzschicht musste man sich doch tatsächlich mal selbst in dem steinigen Gelände orientieren und die markierungen suchen *juhu*! Hinauf an steilen Geröllhängen und einem unweiten Meer an Geröll, liesen wir die Gegend auf uns wirklich. Nach einem besonders anstrengendem Stück machten wir auch eine Riegelpause und stellten fest, dass wir uns mit dem Essen für den Tag wohl etwas verplant hatten… Dummheit hoch drei. Aber nun gut, wir sahen den Gipfel schon vor uns, wo wir dann endlich Brot mit Fisch bekommen sollten.
Also stiegen wir noch etwas weiter hinauf, meisterten die Klettersteige mit Leichtigkeit und zwängten uns dann durch den engen Durchgang am Bystre sedlos auf die andere Seite der Bergkette. Leider war es nichts mit Gipfelmittag, da es gleich wieder runter ging. Und da direkt vor uns ein älteres Ehepaar lief, standen wir ein paar Minuten in dem gefühlten eiskalten Wild (wahrscheinlich 10°C und Wind!). Etwas weiter unten setzten wir uns dann und aßen jeder eine Scheibe Brot mit Fisch und ein paar Kekse. Eher zu wenig als genug und die Mägen waren nicht wirklich gefüllt (zumindest bei 2 von 3 Personen *zwinker*).
Von diesem Ort aus konnten wir auch die vorbeigegangenen Leute beobachten und es war schon fast nicht mehr lustig. Die Mentalität der Slowaken, oder vielleicht auch allgemein der Wanderer an diesem Tag lies wirklich zu wünschen übrig. Zuerst wurden wir beim Hochgehen von Herunterkommenden fast wieder hinunter geschupps und dann sahen wir verantwortliche Sachen wie: „ich muss meine Freundin unbeding die ganze Zeit an der Hand halten, damit sie auch ja nicht fällt“ und anderen extremen wie: „jetzt komm doch endlich oder muss ich dich die ganze Zeit hinter mir herziehen – ist mir doch egal, wenn du dir die Beine brichst“. War schon komisch das zu sehen, aber jedem so wie er es mag.
Allzu lang war die Pause dann auch nicht und wir liefen doch recht zügig (immernoch auf der gelben Route) das Tal hinunter. Dann sahen wir in der Krummholzschicht ein Rudel Männer herumstehen und nach oben schauen (von Hunger getrieben wäre 2 von uns wohl fast dran vobei gelaufen) und wir hielten auch mit an, um zu schauen, was es denn zu sehen gäbe. Und da standen tatsächlich ein paar Gemsen – ziemlich weit entfernt in erstaunlicher Höhe auf dem Geröll. Also – es gibt Gemsen in der Hohen Tatra! Im Tal der Furkotska dolina wechselten wir auf den Roten Weg und kamen schließlich wieder zum See von Strbske Pleso. In diesem Kurstädtchen sahen wir dann auch die Österreicher von vor ein paar Tagen wieder, die uns erzählten, dass sie den Gerlachovsky stit bestiegen haben, es jedoch schwerer als gedacht gewesen war. Sie suchten nun für zwei Nächte für acht Personen eine Unterkunft und einen Tag wollten sie noch wandern und einen in der Therme verbringen. Therme – ein Traum!
Endlich ganz unten angekommen, gab es endlich Essen! Seelig genießend saßen wir in einem kleinen Imbisbüdchen und aßen jeder einen halben Maiskolben (weil’s ja gesund ist) und einen halben Langosch mit Knoblauch bestrichen! (und natülich nahmen wir auch etwas für die Daheimgebliebene mit.) Danach ging es noch zum Einkaufen – es sollte uns schließlich nicht nochmal passieren, dass uns Schokolade fehlt und so bestand der Einkaufskorb zu bestimmt 1/3 nur aus Riegeln
Wieder im Zeltlager angekommen hatten wir noch Zeit für ein paar Runden Doppelkopf (weil die Zelte ja schon standen) und dann gab es noch Nudeln mit Spinat und viel Knoblauch. Das tat gut! Und was man nicht so alles erfährt, wenn man sich am Abend ein wenig unterhält… Es stellte sich nämlich raus, dass wir die ganze Zeit noch Riegel im Rucksack hatten, nur wussten wir das nicht (zumindest 2 von uns hatten keine Ahnung davon). Nun ja, so bekamen wir sie zum Abendbrot und es klärte sich, warum wir soviel Schoki in den Einkaufswaagen gepackt hatten
