Im Laufe der Woche habe ich entschlossen, noch bis zum Donnerstag bei meinem Freund zu bleiben und nicht schon am Mittwoch wieder nach Bern zurück zu fahren.
Zum einen wegen meiner Mutter, deren Operation am Montag war und ich mich noch versichern wollte, dass es ihr gut geht. Und zum Anderen wollte ich natürlich noch ein wenig Zeit mit meinen Freunden und meinem Freund verbringen.
Gerade muss ich jedoch sagen, bereue ich es ein klein wenig, da sich die Zugfahrt inzwischen schon um mindestens drei Stunden verlängert hat und ich mir nicht sicher sein kann, ob ich heute überhaupt noch in Bern ankomme. Es mag sich komisch anhören, aber irgendwie treffen heute alle möglichen Zugereignisse gerade auf die Züge, mit denen ich zufälliger Weise fahre…
Das erste Highlight war die Fahrt mit der Regionalbahn von Jena nach Weimar. Der Zugführer ist so verrückt mit dem überfüllten Zug über die Schienen geprescht, dass sowohl Passagiere, als auch Personal sprichwörtlich durch den Zug geflogen sind. Danach war mir reichlich schlecht, aber weiter ist auch nichts passiert.
In Weimar angekommen kam der ICE nach Frankfurt/Main sogar pünktlich, man mag es gar nicht so recht glauben. Leider stand er dann auch schon wieder nach rund 1,5h Fahrt kurz vor Fulda. Nachdem das Bahnpersonal nach Rund 30 Minuten endlich mal gesagt hat, dass es aus technischen Gründen nicht weiter geht – irgendwelcher Luftverlust irgendwo – konnte man sich auf eine längere Wartezeit einstellen.
Letztendlich kam nach rund 2h der nächste ICE auf der Strecke, in den wir evakuiert wurden. Ich nehme mal an, dass es so lange gedauert hat, weil sie noch versucht haben, das Problem zu lösen, jedoch daran gescheitert waren.
Endlich in Fulda angekommen, fuhr recht zügig der Anschlusszug nach Basel ein. Und wiedererwarten fand ich innerhalb von 2 Minuten einen vernünftigen Platz. So fuhren wir dann eine Weile, bis der Zug dann rund 10km vor Karlsruhe zum Stehen kam. Wobei ich zugeben muss, dass ich dachte, dass wir schon längst in Karlsruhe wären und der Zug dann gleich wie geplant weiter fahren würde.
Jedoch kam dann eine Durchsage vom Zugpersonal, dass es einen tödlichen Personenschaden gegeben hätte und dieser Zug frühestens in 100 Minuten weiter fahren würde, aber Polizei und alles wäre schon informiert. Die Reisenden nach Karlsruhe und Offenburg könnten jedoch in den Zug auf dem gegenüberliegenden Gleis einsteigen.
Zu dem Zeitpunkt hieß es dann jedoch, dass unser Zug noch weiter fahren würde und keiner vor uns Basel erreichen könne. Nach rund 45 weiteren Minuten kam jedoch die Durchsage, dass der Zug auf keinen Fall weiterfahren dürfe und wir mit dem Bus nach Karlsruhe gebracht werden, wo dann ein Zug auf uns warten würde.
Also ging es vom Zug in Bus in Zug – was wohl an sich auch 30 Minütchen in Anspruch nahm. Letztendlich saßen wir jedoch wieder im gleichen Zug, aus dem wir erst vor kurzem raus manövriert wurden. War eine interessante Erkenntnis, aber die Polizei hatte den Zug dann wohl doch wieder frei gegeben.
Nach diesem ganzen Trara kam ich dann in Basel an, musste jedoch noch 45 Minuten auf den Anschlusszug warten und dann auch noch mal umsteigen, bis ich endlich Bern erreichen würde.
Da ich aber vom Hauptbahnhof Bern noch nach Bern Bümpliz musste, der letzte Zug aber gegen Null Uhr fuhr, musste ich mich noch zusätzlich mit den schweizer Schaffnern rumschlagen, die gar keine Ahnung von den ganzen Verspätungen hatten. Aber nachdem ich ihnen zu verstehen gab, dass ich 4,5h Verspätung habe, waren sie doch so gnädig und gaben mir einen Gutschein für eine Taxifahrt nach Bümpliz, so dass ich das nicht laufen musste (wobei das dann der krönende Abschluss zu den ganzen Geschehnissen gewesen wäre.)
Zusammengefasst kann man sagen, dass ich für eine Strecke, die unter normalen Bedingungen 7h 20min dauert, fast 12h gebraucht habe. Aber immerhin bin ich noch angekommen und muss nicht in einem Hotel in Basel oder sonst wo übernachten. Außerdem werde ich die Fahrkarte noch nach Deutschland schicken und mal sehen, was für eine Entschädigung man noch für die notierten Verspätungen bekommt (obwohl ja nur die Hälfte davon wirklich der Deutschen Bahn zuzuschreiben ist).
… und von den Aufmunternden und Schönen Sachen werde ich die nächste Zeit berichten
