Gurten-Wanderung
Oktober 21, 2006 von juvlai
Nach dem Quiz ging es dann zur Tram, um in die Nähe des Gurten zu fahren. Es ist ein Berg - okay, für die Schweiz an sich wohl eher noch eine Erhöhung, aber was solls. Schon nach drei Stationen ausgestiegen, begannen wir den 50Minütigen Aufstieg, der teilweise doch recht steil war. Dabei kam ich mit den zwei Tschechinnen (wovon eine bei mir auf dem Flur wohnt) und einer anderen Deutschen aus Jena - der Laura, eine Psychologiestudentin - ins Gespräch. Jedoch wurde es von Höhenmeter zu Höhenmeter ruhiger, weil es recht kräftezehrend war.
Endlich oben angekommen, wurden wir mit einer fantastischen Aussicht und ein paar Bänken belohnt. Und nach dem morgendlichen Miesmachwetter, war jetzt sogar die Sonne rausgekommen. Anschließend sind wir zum nahegelegenen Aussichtsturm und haben auch den bestiegen - die paar Meter machten es dann auch nicht mehr
Und es war wirklich wunder schön! Falls noch jemand, außer Roland, mich besuchen kommen sollte, der wird wohl dieses schweizer Hügelchen mit mir nochmal besteigen müssen *hehe*.
Leider hat sich die Gruppe dann sehr auseinander gezogen. Die einen sind mit der Seilbahn wieder nach unten gefahren,
die anderen - sportlicheren Menschen sind gelaufen. Jedoch haben wir abwärts den steileren Weg genommen, den wir vorher umgangen sind. Auf dem Weg runterwärts kamen wir an einem Schild vorbei, wo Apfel, Birnen und Marmelade für sehr wenig Geld angeboten wurden. Und als arme Studenten - die wir nun mal alle sind - gab es für jeden eine Ration Äpfel
Auf diesem Weg war ich mit einem Ungarn - Andres, einer Rumänin mit ungarischer Nationalität -Eszter und zwei Deutschen (Laura und noch einem Mädel) unterwegs. Die Rumänin, die wirklich gut Deutsch kann, da ihr Vater Deutsch spricht und sie auch teilweise deutschen Besuch bei sich hatte, fragte, ob ich Geschwister habe. Sie war ganz verdutzt, als ich verneinte, da sie meinte, ich sehe so aus, als ob ich welche habe *grübel*. Aber totz dass sie Theologie studiert ist sie wirklich sehr sehr nett und hat nicht die Angewohnheit, einem von ihren Glauben überzeugen zu wollen - zumindest bis jetzt, was ich wirklich gut finde. Laura - sie erinnert mich ein wenig an eine Freundin aus der Abiturzeit - scheint auch sehr umgänglich zu sein, was mir nach dem gestrigen, nicht so gelungenem Tag, ganz gut tat. Sie erzählte von sich aus. Und unteranderem auch über ihren Freund, der ein Tscheche ist und sie deshalb häufiger nach Prag fahre, wo er wohnt. Fand ich wirklich sehr interessant, weil es zeigt, dass auch solche Beziehungen funktionieren können.
Da wir auf dem Rückweg die Tram nicht kostenlos benutzen konnte, liefen wir in die Stadt. Jedoch verblieben nur noch Laura, Eszter und ich. Auf unserem Weg begegnette uns eine ältere Frau mit zwei Beuteln in der Hand - sie schien vom Einkaufen gekommen zu sein. Während ich immer etwas skeptisch bin, beim Anbieten von Hilfe, da ich immer im Hinterkopf habe, dass die Menschen auch noch fünf Kilometer entfernt wohnen könnte, wollte Eszter helfen und bot Hilfe an, die diese alte Dame dankend annahm. Sie hat sich auch sehr gefreut, war aber zugleich über die Freundlichkeit sehr verwundert. Also trugen wir ihr - die nicht leichten Taschen ein Stück, bis sie uns dankend verabschiedete. Zum Glück wohnte sie nicht die besagten Kilometer weg
Nach einem kurzen Einkauf im Migros im Bahnhof, wo auch irgendein Kürbisverkaufsfest mit Band stattfand, fuhr ich in Ruhe nach Hause, kochte mir Nudeln mit Tomatensoße und machte es mir vor dem Fernseher bequem. Irgendwie hätte ich die ganze Zeit essen können - was ich wohl auch tat, ohne satt zu werden. Aber dann habe ich mir doch gedacht, dass ich langsam mal aufhören sollte und habe mich stattdessen ans Postkartenschreiben gemacht. Es sind ganze fünf volle Karten geworden, die ich auch gleich noch in den Briefkasten befördert habe… Frei nach dem Motto, wenn dann richtig.
Nach einer ausgibiegen Dusche - sonst war ich immer kurz nach 23Uhr dran, so dass ich mich beeilen sollte, da ja eigentlich zwischen 23 und 7Uhr nicht geduscht werden sollte, was einem die ganzen Hinweisschilder im Bad sehr stark verdeutlichen. Jetzt bin ich aber total müde und werde mich gleich aufs Ohr hauen, immerhin bin ich seit 7.30Uhr war und habe noch kein Auge zwischendurch zu gemacht.
