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Die ersten Stunden

Und wieder bin ich weg – diesmal zwar nicht auf einem anderen Kontinent, aber zur Abwechslung dafür mal in einem anderen Bundesland: von Thüringen nach Niedersachsen… Immerhin fährt man 2 Stunden und 13 Minuten mit dem Regionalexpress und es werden um die 200 km zurück gelegt (was wohl soviel bedeutet, dass man nicht einfach mal kurz zum Mensamittagessen vorbei hüpfen kann – naja, auch hier die Studenten müssen irgendwo ihr Essen fassen und wenn die Gerüchte stimmen, dann sogar Abends).

Die letzte Woche verbrachte ich kränklicher Weise auf dem Sofa im Familienhaus einer Freundin. Es war auch sehr komfortabell: ich hatte ein eigenes Zimmer, hätte soviele DVDs schauen können, wie ich wollte und kleine Schmusetiger waren ganz entzückt, wenn man sie stundenlang gestreichelt hat. Was will man also mehr :D Das einzige Problem lag eigentlich darin, dass man von der Stadt aus 20 Minuten den Berg hochlaufen musste… Faulheit lässt grüßen (wobei ich die gute Entschuldigung des Krankseins hatte, um jeden Weg, den ich nicht gelaufen bin, zu rechtfertigen).

Am Samstag packte ich dann nach einer stressigen Woche am MPI und Proben zermörsern nochmals meine Sachen, um die letzte Hürde nach Göttingen auf mich zu nehmen. Mit einem großen Rucksack, einer Sporttasche und meinem Velo (das von einem kleinen Heinzellfräuchen kurz vorher geflickt wurde – danke schön!) ging es dann im RE direkt in die traditionelle Universitätsstadt Niedersachsens. Zur Begrüßung regnete es gleich noch, so dass ich 20 Minuten nach Ankunft in Göttingen mit nassen Füßen, sonst aber recht trocken, die Tür zu meinem zwei-monatigen-zuhause aufschloss.

Anstatt meiner neuen Mitbewohnering wurde ich von einem lieben Zettel begrüßt, der mir erzählte, dass ich bis Sonntagabend die Wohnung für mich habe und dass die Waschmaschine kaputt sei (oh welch ein Jammer). Nach einem aufwärmenden Tee gings nochmal los ins nahe gelegene Einkaufszentrum, wobei Aldi und Bioladen in Unmittelbarer Nähe liegen – welch Ironie ;) Und dann… setzte ich mich mit einer Schüsselsalat und einem Kräuterbaguette vor den Fernseher(!!! seit drei Jahren Entzug). Nur dummer Weise konnte ich keinen schönen Samstagabendfilm genießen – es kam nählich Nichts *lach* So wurde es dann doch mein Buch in einem schönen Lesestuhl – also prinzipielle alles perfekt.

Der Sonntag fing spät und vorallem ruhig an. Und nach einem leckeren Müsli-Frühstück freuten sich meine Sachen auch endlich auf ihren Platz im Kleiderschrank. Am Nachmittag unternahm ich einen kleinen Ausflug nach Nickolausberg, aber es war so kalt, dass ich mich bald schnell wieder auf den Heimweg machte. Am Abend kam dann auch meine Mitbewohnering nach Hause. Wie sie mir erzählte, hatte sie einen schönen Tag in Jena, Apolda und Weimar – das vertraute Überall und immer ;) Wie klein ist doch die Welt :D

… und morgen geht’s dann los mit Arbeiten – mal sehen, was da auf mich wartet und wie die Leute so sind – ich muss ja zugegben, dass ich zumindest etwas aufgeregt bin und hoffe, dass ich trotzdem gut schlafen kann (trotz Vollmond ;) )

Zurück nach Hause

Sonntag 31.09.2008

Der Morgen begann so, wie der Abend endete: mit Musik… Diesmal jedoch kein Gesang, sondern lediglich Getrommle… So motiviert muss man erstmal sein, nach 2 Tagen Festival früh morgen 6 Uhr anzufangen zu trommeln ;)

Gegen neun Uhr waren wir dann schließlich alle aus unseren Schlafsäcken gekrochen. Drei von uns gingen im See schwimmen und danach zur Dusche. Die letzte im Bunde begann den Tag etwas weniger entspannt. Der Schnupfen machte das Aufstehen nicht ganz so nett, dann verlief sie sich ausversehen auf dem Weg zur Dusche ins Festival-Gelände woraufhin sie auf slowakisch vollgemault wurde und letztendlich wurde sie noch von einer netten ältere Dame angemault, dass es nicht möglich wäre, ihr ein wenig Seife zu leihen. Aber von uns bekam sie dann einen Kaffee und ein gemütliches Frühstück am See, so dass die Strapazen des Aufstehens bald vergessen waren.

Um Mittag rum verließen wir den Camping-Platz, fuhren in die Stadt und gingen Einkaufen, so dass unsere Versorgung über Nacht gesichert war (ganz wichtig!). So gab es traditionelle Käseschnüre, eine Menge Obst, Riegel und Cracker! Jap, und nach so viel Essen hatten wir alle auch schon wieder Hunger. Nur diesmal gab es kein normales Mittag, sonder wir gingen in ein Kuchenkaffee. Dort bestellte sich jeder ein Stück Kuchen mit wahlweise heißer Schokolade oder Cappuccino. Die schlimmste Wahl, die man sich vorstellen kann, denn der urst leckere Kuchen war so gehaltvoll, dass man sich ein Glas Wasser gewünscht hätte, anstatt noch einem süßen Getränk dazu. Das Ergebnis war: 3 von 4 Leuten war absolut schlecht *lach* Dieser Zustand hilt noch eine geraume Zeit an, aber als wir nach dem Bezahlen (in Kronen und Euros gemischt) und einem Kaffeefoto nochmals auf die Burg spazierten, verging auch dieses Gefühl allmählich.

Auf der Burg waren – im Gegensatz zum Vorabend – eine Menge traditionelle Stände aufgebaut. Dort konnte man handgemachte Waren aus der ganzen Slowakei erwerben und nebenbei konnte man sehen, wie die Verkäufer ihre Waren herstellten. Sehr beschaulich das Ganze! Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit und schon bald mussten wir uns auf dem Weg zum Busbahnhof machen. Rechtzeitig dort angekommen, checkten wir gegen 18.15 Uhr am Busbahnhof ein und gegen 19 Uhr fuhr der Bus dann Richtung Heimat los.

Ein paar Spiele Doppelkopf im Bus und schon wurde es dunkel. Auch wir wurden mit der Zeit müde… nur lies uns der Bus nicht schlafen… Die Sitze waren wirklich unbequem und die Stunden vergingen recht langsam. Als der Bus dann an der tschechisch-deutschen Grenze auf einmal nur noch Landstraße fuhr, dachte ich auch erstmal: „wo bringt der uns denn hier hin“. Aber bald hielten wir an einer Tankstelle – alles klar! Und dann gleich ein paar Minuten später nochmal auf deutscher Seite *hähh* irgendwas war wohl schief gegangen.,..

Diese Aktionen führten wohl dazu, dass wir anstatt um 3 Uhr wie angekündigt, erst gegen 4 Uhr in Leipzig waren. Aber immerhin hat uns der Bus dort abgeliefert ;) In Leipzig wartete dann auch schon ein kleines rotes Auto und ein Kuchensnack auf uns (das ist Luxus!). Gegen 5 Uhr erreichten wir heile und auch total müde Jena! Wer hätte gedacht, dass wir wieder angekommen ;)

Bratislava wir kommen

Samstag 30.08.2008  viele km mit dem Zug

Samstag früh war es dann soweit. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es ans Zelte zusammen packen, Rücksäcke vollstopfen und losstapfen. kurz vor 10 Uhr fuhr dann unser Zug von Tatranska Strba nach Bratislava. Den Zug haben wir ohne Probleme bekommen :) und so fuhren wir rund vier Stunden in einem 6er Abteil im IC in Richtung Landeshauptstadt.

Zu Beginn saßen eine Frau mit ihrem Sohn im Abteil. Der Junge hatte sichtlich Spaß an uns, und das obwohl wir ihn nicht verstanden. Muss wohl schon komisch für so einen kleinen Kerl sein. Er wollte sogar all sein Obst gegen ein leckeres Hustenbonbon tauschen *lach*. Natürlich wollten wir ihm nicht seine gesunde Nahrung wegessen und so bekam er auch ohne Tausch einfach ein Bonbon (hinterher fragten wir uns jedoch, ob es den Geschmack hatte, den er sich erhofft hatte ;) ).

Nach einer Weile Rumlungern bekamen wir Hunger, was uns zu einem zweiten Frühstück veranlasste. Danach spielten wir ein paar Runden Doppelkopf (jetzt mit einem älteren Herrn im Abteil, der uns jungsche Weibsen wohl für auch nicht ganz dicht hielt) und versuchten, den anderen nicht in die Karten zu schauen. Gar kein leichtes Unterfangen in so einer Sitzposition ;)

In Bratsilava angekommen, fanden wir auch nach einigen Minuten schon die Information, mit einem sehr kompetenten Mann besetzt, der uns Auskunft über die Lage des nächsten Camping-Platzes, sowie dessen Erreichbarkeit mitteilte. Voll bepackt setzten wir uns in die Straßenbahnlinie Nr. 2 und fuhren in Richtung See. Auf dem Weg dorthin fielen uns die Pakate eines Reggae-Festivals auf, was genau an diesem Wochenende am See sein sollte. Und so war es dann auch… Der gesamte Platz stand voll mit Zelten und überall liefen durchgeknallte Typen rum ;) Ganz schöner Kontrast zu 10 Tagen Hohe Tatra, aber natürlich wurden wir auch damit fertig ;)

Aber als erstes machten wir uns ganz schnell aus dem Staub! Mit den Schlafsäcken im Rucksack setzten wir uns in die Straßenbahn Nr. 4 und fuhren zurück in die Innenstadt – direkt an die Donau. So liefen wir entspannt ein wenig an der Donau entlang, bogen dann bald in die Innenstadt ein und konnten die vielen schönen Ecken der Innenstadt betrachten. Zwischendurch hatten alle das Bedürfnis noch ein Souvenier zu besorgen (vorzugsweise Schmuck) und dann gings ab zum Einkaufscenter. Immerhin mussten wir den nächsten Morgen noch Frühstücken…

… und dann kam der Hunger durch. Wir durchsuchten die Innenstadt nach einem preisgünstigen Restaurant… recht schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich. Wir liesen uns schließlich in einer kleinen, eher unscheinbaren und vielleicht auch etwas fragwürdigen Kneipe nieder. Dort gab es dann Knoblauchsuppe als Vorspeise. Es folgten Halusky (zum Zweiten) und eine Runde Bier. Gut verköstigt hatte unser Magen dann leider keinen Platz mehr für Palatschinken, auf die wir uns so gefreut hatten. Aber naja, Eierkuchen kann man zur Not auch hier machen ;)

… mit einem guten Gefühl in der Magengegen schlichen wir den Berg hinauf zum Schloss. Dort war eine Bank frei – fast wie für uns reserviert ;) Wir genossen den Ausblick über die von lichtern erleuchtete Stadt, aßen noch ein paar Weintrauben und tranken gemütlich Wein. Ein wirklich schöner Ausklang der letzten Tage :D

Nachdem wir vom Schlossgelände geworfen wurden, machten wir uns mit der letzten Bahn auf zu unseren Zelten – die glücklicher Weise noch da standen, wo wir sie hinterlassen hatten und begaben uns auch zeitnah schlafen. Die Musik wiegte uns nicht gerade in den Schlaf, aber wir waren alle müde genug, dass wir uns nicht von unserer wohlverdienten Nachtruhe abbringen liesen.

Rysy – das Ziel!

Freitag 29.09.2008 ~ 20 km zu Fuß

Der letzte Morgen beginn früh – zu früh für alle von uns, aber wir waren uns einig, dass wie die Zahnradbahn kurz nach 8 Uhr nehmen sollten (und das Kleingeld hatten wir auch schon besorgt). Auch die letzte Tour ging nur zu dritt los, da neben den Blasen sich nun auch noch Entzündungen an den Füßen gebildet hatten, so dass ein Laufen schier unmöglich war. Sehr schade, aber wohl nicht zu ändern.

Wieder mit einem Rucksack, einer Menge Jacken (und leider etwas zu wenig Wasser) und vielen Riegeln bewaffnet, setzten wir uns in die überfüllte Zahnradbahn, träumten vor uns hin. Mit der Meute stiegen wir aus und es schienen alle das gleiche Ziel zu haben: die Rote Route hinauf zum Rysy mit Start in Stbske Pleso (1355 m). Die erste Stunde bekamen wir alle nicht sonderlich viel mit, sondern versuchten uns ein wenig frei zu laufen. Außerdem war es eh etwas zu früh um sich zu unterhalten, oder irgendwie Notiz von der Umgebung zu nehmen. Nach rund einer Stunde erreichten wir den Abzweit zur blauen Route am See Popradske pleso. Wer sich hier super fühlt und zu wenig Gepäck hat, kann an diesem Abzweig Kohlen für die Hütte auf dem Rysy mitnehmen und bekommt oben einen Tee umsonst. Nette Idee an sich, aber uns reichte das Gepäck auch so schon ;)

Ab hier hatten wir uns dann ein wenig von der Meute befreit und der Weg führte uns weiter durch das Tal Mengusovska dolina hindurch, von wo aus wir in die Krummholzschicht geführt wurden. Ab da ging es steil bergauf durch das Gebiet der Mengusovska dolina, jetzt jedoch auf dem roten Weg. Serpentinenartig zog sich der Weg den Geröllhang hinauf. Es waren sehr viele Menschen da: alte, junge, Gruppen, Menschen mit Wanderstöcken *klickklack*, langsame unwillige Menschen, die einen nicht vorbei liesen und andere, die einen schier überrannten. Also… wirklich abendteuerlich!

Wir kamen auch am See Zabie plesa (1919 m) vorbei, bevor wir den Klettersteig meisterten und zur Hütte Chata pod Rysmi (v rekostrukgii) kamen. Das ist die Hütte kurz unter dem Gipfel des Rysy (der einzige legale Grenzübergang zwischen Polen und der Slowakei in den Bergen – und er ist nur im Sommer geöffnet). Ab dem Klettersteig war es jedoch so feucht-kalt, dass wir unsere dicken Jacken herausholen mussten, damit wir nicht auskühlten. Wahnsinn, wie da ein paar Idioten im T-Shirt durch den Nebel stapften.

In der Hütte tranken wir einen heißen Becher Krümeltee für umgerechnet einen Euro. Der Preis hat uns wirklich erstaunt, denn bis dort hoch fährt schließlich kein Auto und die Waren werden von Menschen hochgetragen (haben wir mit eigenen Augen gesehen und ich dachte noch, dass da jemand Sachen illegal über die Grenze bringen will ;) ). Außerdem war die Hütte auch an sich sehr klein, sehr gemütlich und familiär angehaucht (und es war gut zum Aufwärmen!). Aber das eigentliche Highlight war die Toilette: ein von außen und innen bemaltes Plumsklo mit einer Pleksiglasscheibe und daher einem unvergesslichen Ausblick auf die hinauflaufenden Menschen *lach*.

Nachdem wir etwas innere Wärme getankt hatten, stiegen wir noch das letzte Stück bis zum Gipfel hinauf. Hier trafen anscheinend alle Idioten auf einem Fleck zusammen (manachmal ist es wirklich krass, was für Leute den Aufstieg geschafft haben ;) ). Hier musste man Hände benutzen und vorsichtig treten – gut, Einige der vielen Besucher hatten nicht so das Geschick und meinten Rennen zu müssen und traten teils große Brocken ab… Zum Glück passierte nichts!

Auf dem Gipfel angekommen war es immernoch neblig und man konnte nur erahnen, wo Polen denn nun eigentlich ist (prinzipiell hatte man schon Glück, wenn man die Leute drei Meter vor sich noch gesehen hat.). Oben angekommen stellten wir uns für ein Gipfelföteli an und waren froh, den Berg – Den Rysy!!! – doch noch geschafft zu haben. Und dann, kurz nachdem unser Foto im Kasten war, verzog sich innerhalb von zwei Minuten der ganze Nebel aus dem Tal auf der polnischen Seite und wir konnten den Czarny staw pod Rysami und den Morskie Oko glasklar erkennen und auch die Route, die wir ein paar Tage zuvor gelaufen waren. Einfach traumhaft – die Hohe Tatra hat sich in dem Moment von ihrer schönsten Seite gezeigt und uns gebührend verabschiedet :D

Auf dem Weg zurück zur Hütte (wo es nochmals einen Tee gab ;) ), konnten wir dann auch noch das Tal Bielovodska dolina sehen und auch fast den schönsten Camping-Platz der Slowakei auf dem wir zwei Tage lang waren. Alles, wie extra für uns nochmal gemacht :)

Der Abstieg war der gleiche Weg wie der Aufstieg, von daher wussten wir schon, was uns erwartet. Und als wir endlich unten waren, stellten wir doch fest, dass wir ganz schön ko sind. Immerhin haben wir für eine 9 Stunden Tour nur 8 Stunden gebraucht und davon saßen wir auch noch eine Stunde in der Hütte *lach* – also doch schon ordentlich. Wir aßen dann zum letzten Mal Langosch und Mais, kauften ein und vielen dann fast augenblicklich ins Bett (naja, gekocht und gegessen haben wir auch noch ;) ).

Auch die Vierte im Bunde hatte den Tag gut genutzt und sich soweit erholt, dass das Laufen wieder möglich war und umrundete den Strbske Pleso an diesem Tag :)

Etwas gemächlicher

Donnerstag 28.08.2008 ~17km zu Fuß

Der etwas längere und vergnügte Abend lies uns am Morgen etwas langsamer sein. Aber das war kein Problem, denn wir hatten es ja nicht eilig. Und da wir ja nun wussten, dass wir Kleingeld für die Bahn brauchen, versuchten wir auch gleich im Camp etwas zu tauschen – aber Pustekuchen… unfreundlich wie sie waren, meinten sie nur, sie hätten Nichts – so ein Humbug aber auch. Das Gleiche geschah dann nochmal in einem Geschäft. Diese Frau schickte uns dann aber immerhin zur Post, die uns dann ihr ganzen Kleingeld gab. Wohl doch Kleingeldmangel???

Nach diesem eher nervenaufreibenden Trara bekamen wir halb 11 die Zahnradbahn und begaben uns zur roten Route. Vorher versuchten wir jedoch noch herauszufinden, wie wir am günstigsten am Samstag nach Bratislava kommen. Dazu gingen wir in eine Touristinformation, die wohl doch nur für Nationalparkzwecke ausgelegt war – zumindest sagte uns das die weniger kompetente Dame am Schalter. Sie meinte, sie könne bei einer Busfirma anrufen und fragen, wann ein Bus fährt, dafür müssten wir jedoch bezahlen. Prinzipiell kein Problem, wäre sie netter gewesen und hätte sie alles gefragt, was wir hätten wissen wollen: zum Beispiel das wo und wieviel es kostet, aber sie hörte nicht und legte auf. Und als wir dann nur mit einem größeren Schein bezahlen konnten, legte sie auch sofort den Zettel mit den Fahrzeiten wieder weg – dieses Benehmen war wirklich eine Beschwerde wert! So fragten wir gleich noch bei der Bahn nach. Da es dort eine nettere Behandlung und eine bessere Auskunft gab, beschlossen wir einfach, für 402 Kronen pro Person (rund 13€) nach Bratislava zu fahren – immerhin ein netter Abschluss!

Aber nun wieder zum Eigentlichen: Westlich vorbei am Strbske Pleso liefen wir ein Stück der Route vom Vortag in die andere Richtung durch die Furkotska dolina. Am Abzweig zur blauen Route trennte sich eine von uns, da die Blasen noch immer nicht zum Laufen annimierten und es hölisch weh tat. Wir verabredeten uns dann für rund 16 Uhr in Strbske Pleso.

Wir anderen liefen weiter in Richtung Podbanske bis zum Abzweig „by vala Vazecka“, wo wir von der Roten auf die Grüne Route wechselten. Die gesamte Route liegt im Windwurfgebiet, nur vereinzelt liefen wir durch Waldstückchen und an sich waren wir perfekte Verbreiter des Weidenröschens ;) Einfach mal etwas anderes, als die Berge zu besteigen und auch mal eine nette Abwechslung.

Kurz nach diesem Abzweig fanden wir die größten wilden Himbeeren überhaupt, was zumindest zwei von uns dazu bewegete, sich geraume Zeit in den Sträuchern aufzuhalten. Aber ich muss zugeben, sie waren wirklich sehr sehr lecker und das von mir, wo ich sonst nicht so der Himbeerenfan bin. Auf Grün ging es ohne besondere Vorkommnisse zurück nach Strbske Pleso, wo es nochmals Langosch gab :D

Leider zeigt sich das Wetter nicht von seiner schönsten Seite und es sieht nach Regen aus. In der Hoffnung auf gutes Wetter für den nächsten Tag fahren wir zurück zum Campingplatz.

Hinauf zum Bystre sedlo

Mittwoch 27.08.2008  ~ 15 km zu Fuß

Schönes Wetter weckte uns und nach einem netten und gemütlichen Frühstück (wie eigentlich immer – nur sollten wir das nächste mal Die Finger von slowakischen Tee lassen), machten wir die Planung für die nächsten drei verbleibenden Wandertage.

An diesem Mittwoch ging es nur zu dritt los, da eine von uns den Blasen erlegen waren. Dafür dufteten wir hinterher dank ihr frisch wie Veilchen und wir mussten keine mehr Angst haben, dass wir von wilden Tieren wegen des Schinkengeruchs angefallen werden, danke :) ! Außerdem konnten wir die Zelte stehen lassen und nahmen nur einen Rucksack mit, was die Wanderung extrem erleichterte.

Mit der Zahnradbahn sollte es dann nach Strbske Pleso gehen und von dort aus zum Bystre sedlo. Jedoch bestand darin schon die erste Hürde, da der Fahrscheinautomat nur Kleingeld nahm, jedoch das Kleingeld in der Slowakei begrenzt zu sein scheint. Glücklicher Weise fanden wir ein paar nette Umstehende, die doch tatsächlich so viel Kronen zusammen brachten, dass jeder von uns Dreien letztendlich ein Ticket in der Hand hielt.

In Strbske pleso folgten wir den gelben Weg zuerst entlang an einer Reihe Hotels und dann hinein in den Wald. Wir liefen durch die Mlynicka dolina entlang eines schönen Baches. Dadurch, dass der Weg nicht zu sehr überfüllt war, konnte man die Strecke auch gut genießen. Nach der Krummholzschicht musste man sich doch tatsächlich mal selbst in dem steinigen Gelände orientieren und die markierungen suchen *juhu*! Hinauf an steilen Geröllhängen und einem unweiten Meer an Geröll, liesen wir die Gegend auf uns wirklich. Nach einem besonders anstrengendem Stück machten wir auch eine Riegelpause und stellten fest, dass wir uns mit dem Essen für den Tag wohl etwas verplant hatten… Dummheit hoch drei. Aber nun gut, wir sahen den Gipfel schon vor uns, wo wir dann endlich Brot mit Fisch bekommen sollten.

Also stiegen wir noch etwas weiter hinauf, meisterten die Klettersteige mit Leichtigkeit und zwängten uns dann durch den engen Durchgang am Bystre sedlos auf die andere Seite der Bergkette. Leider war es nichts mit Gipfelmittag, da es gleich wieder runter ging. Und da direkt vor uns ein älteres Ehepaar lief, standen wir ein paar Minuten in dem gefühlten eiskalten Wild (wahrscheinlich 10°C und Wind!). Etwas weiter unten setzten wir uns dann und aßen jeder eine Scheibe Brot mit Fisch und ein paar Kekse. Eher zu wenig als genug und die Mägen waren nicht wirklich gefüllt (zumindest bei 2 von 3 Personen *zwinker*).

Von diesem Ort aus konnten wir auch die vorbeigegangenen Leute beobachten und es war schon fast nicht mehr lustig. Die Mentalität der Slowaken, oder vielleicht auch allgemein der Wanderer an diesem Tag lies wirklich zu wünschen übrig. Zuerst wurden wir beim Hochgehen von Herunterkommenden fast wieder hinunter geschupps und dann sahen wir verantwortliche Sachen wie: „ich muss meine Freundin unbeding die ganze Zeit an der Hand halten, damit sie auch ja nicht fällt“ und anderen extremen wie: „jetzt komm doch endlich oder muss ich dich die ganze Zeit hinter mir herziehen – ist mir doch egal, wenn du dir die Beine brichst“. War schon komisch das zu sehen, aber jedem so wie er es mag.

Allzu lang war die Pause dann auch nicht und wir liefen doch recht zügig (immernoch auf der gelben Route) das Tal hinunter. Dann sahen wir in der Krummholzschicht ein Rudel Männer herumstehen und nach oben schauen (von Hunger getrieben wäre 2 von uns wohl fast dran vobei gelaufen) und wir hielten auch mit an, um zu schauen, was es denn zu sehen gäbe. Und da standen tatsächlich ein paar Gemsen – ziemlich weit entfernt in erstaunlicher Höhe auf dem Geröll. Also – es gibt Gemsen in der Hohen Tatra! Im Tal der Furkotska dolina wechselten wir auf den Roten Weg und kamen schließlich wieder zum See von Strbske Pleso. In diesem Kurstädtchen sahen wir dann auch die Österreicher von vor ein paar Tagen wieder, die uns erzählten, dass sie den Gerlachovsky stit bestiegen haben, es jedoch schwerer als gedacht gewesen war. Sie suchten nun für zwei Nächte für acht Personen eine Unterkunft und einen Tag wollten sie noch wandern und einen in der Therme verbringen. Therme – ein Traum!

Endlich ganz unten angekommen, gab es endlich Essen! Seelig genießend saßen wir in einem kleinen Imbisbüdchen und aßen jeder einen halben Maiskolben (weil’s ja gesund ist) und einen halben Langosch mit Knoblauch bestrichen! (und natülich nahmen wir auch etwas für die Daheimgebliebene mit.) Danach ging es noch zum Einkaufen – es sollte uns schließlich nicht nochmal passieren, dass uns Schokolade fehlt und so bestand der Einkaufskorb zu bestimmt 1/3 nur aus Riegeln :D

Wieder im Zeltlager angekommen hatten wir noch Zeit für ein paar Runden Doppelkopf (weil die Zelte ja schon standen) und dann gab es noch Nudeln mit Spinat und viel Knoblauch. Das tat gut! Und was man nicht so alles erfährt, wenn man sich am Abend ein wenig unterhält… Es stellte sich nämlich raus, dass wir die ganze Zeit noch Riegel im Rucksack hatten, nur wussten wir das nicht (zumindest 2 von uns hatten keine Ahnung davon). Nun ja, so bekamen wir sie zum Abendbrot und es klärte sich, warum wir soviel Schoki in den Einkaufswaagen gepackt hatten ;)

Das etwas andere Wandern

Dienstag 26.08.2008 ~ 10 km zu Fuß & ~ 4 km per Seilbahn & ~ 20 km Zug

Gut ausgeschlafen, geduscht und mit viel Obst zum Frühstück, machten wir uns an die Planung des Tages. Und *hups* da sahen wir eine Seilbahn in der Karte eingezeichnet. Und so beschlossen wir dann, dass wir uns doch das Hochlaufen auch einmal sparen können, die Höhenluft so genießen könnten und dann wieder hinunterlaufen könnten. Geplant getan… Wir liefen zur Seilbahn (kauften vorher noch eine Unmenge an Karten, um unseren Kartenschulden nachzukommen) und wollten ein Ticket zum Gipfel des Lomnicky stit (2634 m). Dummer Weise hätten wir, um eine solche Karte zu bekommen, bis 17 Uhr warten müssen und wir beschlossen, einfach eine Station weiter unten – an der Skalnata chata – auszusteigen und gleich dem roten Weg nach unten zu folgen.

Meine erste Seilbahnfahrt (je zwei von uns in einer Gondel) – sensationell, jedoch zugegebener Maßen etwas hoch, zum Glück in einer geschlossenen Gondel. Und vor lauter Aufregung stiegen wir eine Station zu früh aus… und gleich in die nächste freie Gondel wieder ein (aber wir zwei hatten die Kräcker!! *hihi*). Dann doch oben angekommen (1750 m) folgten wir dem roten Weg – ähnlich einer Horizontale – in Richtung Vysoke Tatry.

Der Abstieg wurde für manche wegen heftigster Blasen erschwert, jedoch kamen wir alle unten an ;) Die Tatranska magistrala führte uns zum Aussichtspunkt Lomnicka vyhliadka in eine Bergausbuchtung und wieder hinaus zur Hütte Hrebienok und dann auf dem grünen Weg hinunter nach Vysoke Tatry. Der letzte Abschnitt war größtenteils Straße, was uns unsere Füße dann auch irgendwann rächten. Neben uns führen Verrückte mit Rollend die Straße hinunter – naja, sie rasten eher (und die Kurven waren bemauert – also viel Spaß). Langsam fingen auch die Riemen der Rücksäcke an zu drücken und wir waren dann froh, am Bahnhof angekommen zu sein.

Der Zug brachte uns von Vysoke Tatry nach Westen: über Strbske Pleso (1355 m) und letztendlich zum Camping Platz Atc Tatranska Strba in Tatranska Strba. Das letzte Stück wird von einer Zahnradbahn zurück gelegt, in der wir alles sehr benebelt herumsaßen und die Augen wohl jedem von uns fast zufielen. Das Autocampinglager fanden wir dann dank ausführlichster Erklärung eines Englischlehrers doch recht zügig und wir konnten uns unsere wohlverdientes Abendbrot herrichten (Gnocci mit Fleischfüllung und eine Rote Sauce aus der Dose mit unbekanntem Inhalt – aber wenn man hungrig ist schmeckt ja alles recht ordentlich ;) ).

Von Norden nach Süden

Montag 25.08.2008  ~ 15 km zu Fuß & ~ 7 km Bus

Es war zwar nicht der Rysy, aber trotzdem noch hoch genug (und vorallem weit genug), um uns ein wenig Angst einzujagen. Aber uns blieb nichts anderes übrig, wir mussten los, sonst würden wir wohl hungern müssen (und das geht ja gar nicht ;) )… Also machten wir uns nach einem kurzen Frühstück mit unseren nassen Zelten und eingeräucherten nassen Sachen auf zur Bergüberquerung.

Dafür liefen wir noch etwas im Tal des Bielovodska dolina entlang an vielen Seen und Wasserfällchen. Leider war alles so glitschig durch den Regen, dass es auch zu einer Armaufschürfung kam. Glücklicherweise nichts weiter Ernstes und so ging es dann auch bald weiter. auf dem blauen Weg. So liefen wir von 1250 m zum Litvorove pleso (1860 m) und weiter zum Zmrznute pleso (2034 m). Ab diesem See ging es nur noch steil bergauf bis zum Velicky stit auf 2199 m – dem höchsten Punkt, den wir an diesem Tage zu überwinden hatten. Dort waren wir dann auch gegen Mittag angekommen, konnten ein wenig ausruhen, essen und die ganzen Touristengruppen bewundern, die den Berg hinaufkrakselten. Denn hier fing der Tourismus wieder an… ein wahrer Gegensatz zu den letzten zwei ruhigen Tagen ;)

Vom Gipfel aus folgten wir dem Grünen Weg entlang eines kurzen Klettersteigs die Velicka dolina hinunter. Der Wind war recht kühl, aber das Laufen doch recht angenehm. Und umso weiter man hinunter kam, umso grüner wurde die Gegend – Flechten bedeckten alle Steine und verliehen ihnen einen schönen grünlichen Überzug. Auf dem Weg entdeckten wir auch ein kleines, aber eher scheues Murmeltierchen, kamen am Dihe pleso (1939 m) und dem höchsten Berg der Hohen Tatra : dem Gerlachovsky stit (2654 m) vorbei. Die Grüne Route führte uns direkt zum Touristenort „Sliezsky dom“ auf 1670 m. Er liegt am See Velicke pleso – dort trafen wir die ersten Deutschsprachigen überhaupt seit unserem Reiseantritt – einer Wandergruppe älterer Österreicher, die sich für den nächsten Tag den Gerlachovski vorgenommen hatte und nun über den Einstieg rätselten. Eine wirklich sehr amüsante Gruppe, die uns später noch einmal über den Weg laufen sollte.

Nach einer kurzen Verschnaufpause folgten wir weiter der grünen Route, durch die Krummholzschicht hindurch, entlang eines Waldstückchens, was überhaupt nicht mit der Nordseite zu vergleich war. Schon hier erkannte man, dass es viel trockener war und es den Bäumen vergleichsweise schlecht ging. Als wir dann auf die gelbe Route wechselten und in Richtung Vysoke Tatry liefen wurde uns das ganze „Elend“ bewusst. Ein Windwurf hatte am 19.04. 2004 weite Teile des Vorlandes der Hohen Tatra niedergelegt und wir konnten nun die Überbleibsel betrachten. Einige Bäume hatten durchgehalten, viele waren abgeknickt und man hatte kilometerweiten freien Blick über rosa Weidenröschenwiesen. Krasser Kontrast zu dem farnreichen grünen Wald nur ein paar Stunden zuvor.

Gegen späten Nachmittag erreichten wir den Kern von Vysoke Tatry (1000 m). Dort suchten wir eine Information auf, um den nächsten Campingplatz ohne größere Suche ausfindig zu machen. Die sagten uns jedoch, dass unsere ausgewählte Schlafgelegenheit nicht mehr existiere und wir uns zum 9 km entfernten Ort Tatranska Lommnica (900 m) aufmachen müssten. Schöne Entäuschung nach sieben Stunden laufen… Dann wollten sie uns noch verschaukeln, indem eine einheimische der Touristenfrau sagte, sie solle uns doch sagen, dass eine Pension das gleich koste wie ein Campingplatz (Zum Glück verstand eine von uns etwas Slowakisch und wir konnten die Tücke hinter der Sache erkennen.).

So warten wir auf den 18.25 Uhr fahrenden Bus, der uns für ein paar Kronen nach Tatranska Lommnica beförderte. Dort machte mein Bein erstmal bekanntschaft mit einem Blumenkübel, bevor wir ein nettes Restauran fanden, was wir uns redlich verdient hatten. Dort bestellten wir zweimal original slowakische Halusky, sowie zweimal Schnitzel mit Bier. Als Vorspeise gab es auch noch zwei Bohnensüppchen mit Brot. Ein wirkliches Festmahl! Dann noch kurz einkaufen und los zum Campingplatz Intercamp Tatranec – auf 783 m!!! *ahhh* Dort kamen wir dann gegen neun Uhr an, nach einem schier unendlich langen Gang an einer Straße. (Ursprünglich wollten wir zum Eurocamp Campingplatz, aber für den km hatten wir alle keine Kraft mehr und wir waren froh, etwas gefunden zu haben.) – Gute Nacht!

Sonntagspause

Sonntag 24.08.2008  ~ 2 km zu Fuß

Als die Regenreiche Nacht vorüber war und es nur noch gemächlich vor sich hin nieselte, waren auch schon die Slowaken verschwunden und wir waren fast allein auf dem Campingplatz. Ein polnisches Kletterpäarchen hatte sich nämlich am Vorabend noch zu uns gesellt, jedoch brachen auch die beiden an diesem Morgen nach acht Tagen Klettermarathon nach Hause auf. Netter Weise überliesen sie uns noch Tütensuppen und ein komplettes Brot, so dass wir uns auch keine Sorgen mehr um unsere Versorgung machen brauchten (immerhin hatten wir ursprünglich für drei Tage Essen besorgt und nun war schon der vierte Tag und der Fünfte sollte noch folgen.)

Nach einem ausgedehnten Frühstück und einer langen Aufwachphase beschlossen wir, trotz des eher grauen Wetters noch eine kleine Tour zum Bergsee Ceske pleso zu unternehmen. Leider fand dieser kleine Ausflug nur zu dritt statt, da eine von uns durch Muskelkater fast gelähmt war. Sie hütete liebenswürdiger Weise das Feuer und versuchte auch irgendwie unsere Wäsche trocken zu bekommen. Leider ein auswegsloses Unterfangen, da es in dem Tal einfach zu feucht war…

Im Tal starteten wir bei 1250 m und liefen noch ein wenig entlang des Baches auf einem Klettererpfad entlang. Wir überquerten den Bach mehrmals über nette Brückchen und auch über Steinwege und genossen neben den am Rand stehenden Blaubeeren aud die wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge und Wasserflälle. Die Aussicht war, wie nicht anders zu erwarten war, einfach himmlisch, jedoch lies der Weg nach und nach immer mehr zu wünschen übrig, bis man schließlich nur noch den Abgrund neben sich hatte. Aber wir liefen eh eher gemächlich, da wir alle gesundheitlich etwas angeschlagen waren und so lies aus die Konzentration nicht nach und wir kamen, nach mehrmaligen „bis dahin noch“, doch letztendlich am See (auf 1610 m) an.

Oben angekommen zog auch schon Nebeldunst in die Bergfurche hinein, so dass wir uns schnell an den Abstieg machten – jedoch nicht, ohne ein Gipfelfoto gemacht zu haben und ohne die leckeren riesigen Blaubeeren genossen zu haben (achja, ein paar wirklich süße Himbeeren gab es auch ;) ). Der weg hinab ging schneller als erwartet und schon bald waren wir wieder in dem tiefgrünen Tälchen angelangt.

Im Zeltlager aßen wir friedlich unsere Tütensüppchen und gaben unserer sozialen Ader beim Doppelkopfspielen nach. Denn irgendwie war diese die vorherigen Tage ein wenig kurz gekommen – man kann gar nicht ganz glauben, wie wenig man bei solchen Wanderungen das Bedürfnis hat zu Reden – es ist einfach schön, seinen Gedanken nach zu hängen und ruhig vor sich hin zu totten, ab und zu mal ein paar Gedanken mit den anderen Teilen und die Aussicht genießen und dann ist wieder gut ;) Naja, an dem Sonntag war es dann das erste Mal anders *lach*

Zum Abendbrot gab es dann die letzten Würstchen und ein so leckeres Blaubeerkompott, dass wir alle ruhig in den Schlaf fielen. Immerhin war die geplante Aufstehzeit für den nächsten morgen: 6:30 Uhr! *ahhh*

Planänderung

Samstag 23.08.2008 ~ 7 km zu Fuß

Der Tag begann früh – aber das war auch gut so :) Nach einem bequemen Frühstück und einer Gruppenberatung beschlossen wir, nicht den Rysy zu überqueren. Zum einen war die Wetterlage nicht die beste und es zogen bereits am Morgen Wolken am Gipfel entlang. Zum anderen hatten einige von uns Muskelkater vom Vortag, der das Bergebesteigen weniger angenehm machte. Und dank netter Beratung eines der Zeltplatzvorsitzenden wussten wir, dass man noch entlang der Straße von Polen aus in die Slowakei gelangen kann.

Bevor es los ging, schwebten wir noch leichten Schrittes (nämlich ohne Gepäck) die paar Schritte zum Morskie-Oko – dem größten Bergsee der Hohen Tatra hinüber. Danach ging es entlang einer touristischen Straße mit Pferdekutschen und unglaublich vielen Menschen zur Grenze. Diese überquerten wir heldenhafe-elfenhaft in 1400 m Höhe anstatt auf 2500 m. Nun ja, man muss einfach wissen, was für einen gut ist ;)

Auf der slowakischen Seite angekommen folgten wir dem blauen Weg. er führte uns durch einen farnbewachsenen Fichtenwald mit vielen Blaubeersträuchern. Noch im Hellen fanden wir dann den empfohlenen Zeltplatz. Dort gab es Holzbretter, wo man seine Zelte drauf platzieren konnte – also waren die Zelte nicht ganz umsonst die Berge mit uns bestiegen *freu*. Außerdem gab es einen großen Unterstand mit Bänken und einer Feuerstelle – wirklich sehr schön und sehr idyllisch! – wohl der beste Zeltplatz der Tatra überhaupt!

Auf diesem Platz befanden sich bei unserer Ankunft noch 7 Männer und zwei Kinder, die wirklich sehr aufgeschlossen zu uns waren. (vielleicht lag es daran, dass wir weiblich waren und rießen Rucksäcke bei uns hatten ;) ). Wir spielten am Abend sogar mit den Kindern und einem der Männer MauMau und hatten wirklich eine Menge Spaß, trotzdessen, dass nur eine von uns etwas Slowakisch-Kenntnisse hatte.

Übermütig wie wir waren, überredeten wir unseren inneren Schweinehund zu einem Bad im nebenliegenden Bach. Zuvor wuschen wir die Wäsche der letzten drei Tage (mit der wir schon zu dieser Zeit wahrscheinlich 10m gegen den Wind gerochen werden konnten ;) ) und dann kamen wir an die Reihe – mensch war das saukalt, aber danach setzten wir uns ans warme Feuer und genossen die Wärme und unser wohlverdientes Abendbrot! Und auch die Slowaken aßen – jedoch ein wenig anders und wahrscheinlich auf traditionelle Art und Weise: es standen nämlich die neun Leute mit geweils einer Gabelbewaffnet um einen Topf herum, der wiederum auf einem Baustumpf stand… So plauderten sie, während jeder ab und an mit seiner Gabel im Topf herumfischte. Sehr schönes Bild! Und als sie fertig waren, vorderten sie uns auf, doch auch mal zu kosten – und dann standen wir vier Mädels auf die gleiche Weise um den Nudeltopf herum. Achja, Schinken und Knoblauch und eine ganze Menge Fett waren auch noch dran – sehr schmackhaft, muss man schon sagen!

Dann ging es aber schon recht zeitnah ins Bett – den Schlafdefizit der letzten Nacht etwas augleichen. Jedoch war das nicht allzu einfach, da in der Nacht ein heftiges Gewitter ausbraucht. Blitz und Donner zur gleichen Zeit direkt über uns – wirklich sehr gruselig und danke, einmal hat gereicht. Und ja, geregnet hat es auch nicht zu wenig, so dass die Zelte etwas gelekt haben und auch unsere frisch gewaschene Wäsche nochmal extra eingeweicht wurde. Nun gut, immer mal was Neues ;)

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